Archive for August, 2015

Schreckgespenst Infraschall

Sonntag, August 30th, 2015

Wenn nicht dort, wo sonst? Links und rechts der A31 auf der Leeraner Seite des Emstunnels queren Autofahrer den Windpark Hohegaste mit 13 E-40-Windmühlen von Enercon. Jetzt wollen die Betreiber die 13 Mühlen abbauen und durch sechs neue, aber viel größere E-101-Anlagen ersetzen. Fachleute nennen dies Repowering.

Im Raumordnungsplan ist der Windpark als einer von sieben im Landkreis Leer für Repowering ohne Höhenbegrenzung ausgewiesen. Dazu gehört auch der bereits verbesserte Windpark Holtgaste. Die Windmühlen dort stehen in einem Hammrich, der Mindestabstand von 500 Metern zu Häusern wird gewahrt. Rechtlich ist alles klar. Aber der Stadtrat von Leer hat ein Wörtchen mitzureden: Die Betreiber können ihre 26 Millionen Euro wie geplant nur dann investieren, wenn der Rat den Flächennutzungsplan ändert. Danach sieht es zurzeit nicht aus. Die CDU ist dagegen, die SPD war erst dafür, schwenkte dann jedoch um.

Die Politik knickt offensichtlich vor Unterschriften von 300 Bürgern aus  Heisfelde, Nüttermoor und Hohegaste ein. 20 von ihnen überreichten Bürgermeisterin Kuhl jetzt die Liste. Selbstverständlich betonte ein Sprecher, dass „auch wir natürlich für regenerative Energie sind“ – bevor er die St-Florians-Karte zog. Mit einem Schreckgespenst, mit dem mittlerweile alle Bürgerinitiativen gegen Windkraft zu Felde ziehen. Es heißt Infraschall – ein Schall von tiefer Frequenz, den das menschliche Gehör nicht wahrnimmt.

Anti-Windkraft-Initiativen berufen sich auf Ärzte, die Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gedächtnisprobleme, Schwindel oder Übelkeit wegen Infraschall von Windmühlen attestieren. In Büchern und im Internet kursieren Thesen und Untersuchungen frei jeglicher wissenschaftlicher Seriosität. Es erinnert an die erste Eisenbahn vor 180 Jahren, als Ärzte vor Gehirnkrankheiten wie der „geistigen Unruhe“, dem „Delirium furiosum“, warnten.

Das Umwelt-Bundesamt stellt in einer umfangreichen „Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall“ fest, dass  Infraschall von Windmühlen deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsgrenze liegt und nach heutigem Stand der Wissenschaft beim Menschen keine gesundheitlichen Schäden anrichten kann. Sogar der durch den Wind verursachte Infraschall sei deutlich stärker als der ausschließlich von der Windmühle verursachte.

Die Bürgerinitiative in Leer weiß dies auch – und verlangt schlau, doch erst einmal weiter über Infraschall zu forschen. Die Auswirkungen auf die Gesundheit seien noch nicht genug erkundet worden. Diese These, konsequent umgesetzt, würde den gewohnten Alltag zum Erliegen bringen.

Denn Infraschall entsteht praktisch überall. Einige Verursacher: Klima- und Lüftungsanlagen, Rüttelwalzen, Vibratoren, Kompressoren, Pumpen, Autos (!), Bahn, Hochdruckreiniger, Dampfstrahler, Fabriken oder Diskos. Auch die Natur macht mit beim Infraschall. Ängstliche sollten deshalb Urlaub an der See meiden: Die Meeresbrandung ist ein uralter Infraschall-Erzeuger, stark böiger Wind und Stürme stehen ihr nicht nach.

Der Stadtrat muss Ängste von Bürgern natürlich ernst nehmen. Aber bei  Infraschall braucht er eher Humor. Alles andere wäre ein Rückfall in Zeiten des Aberglaubens vor der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Deren Motto: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

 

 

 

 

Smarte Energie

Samstag, August 22nd, 2015

Wie die EWE vor einigen Jahren mit ihren Kunden bei den Gaspreisen umgegangen ist, zählt nicht zu den Ruhmesblättern des Energieversorgers aus Oldenburg. Andere Seiten jedoch sind erfreulicher bedruckt.

Fragt man Energiefachleute in Deutschland nach einem Unternehmen, das für die Energiewende am besten gerüstet ist, antworten neun von zehn mit EWE. Sie ist zwar Nordwestdeutschlands größtes Unternehmen, aber im Vergleich zu den Energie-Riesen klein und wendig – und trotzdem kapitalstark genug, um ordentlich in neue Technik zu investieren. Außerdem muss sie keine Kohle- oder Gaskraftwerke schultern, die sie finanziell in den Abgrund ziehen könnten.

Ihr entscheidender strategischer Vorteil ist jedoch, dass sie sich schon vor Jahren nicht auf das Strom- und Gasgeschäft beschränkte, sondern sich Telekommunikation mit EWE-Tel und Informationstechnik mit BTC ins Haus holte. Denn ein Wesensmerkmal der Energiewende ist die Abkehr von zentraler Stromversorgung. Die Zukunft ist dezentral, sehr kleinteilig.

Der scheidende EWE-Boss Werner Brinker sagte dieser Tage in einem Interview, dass „die Kommunikationstechnologien der Schlüssel für die zunehmende dezentral geprägten Energienetze der Zukunft“ sind. Das klingt sehr technokratisch, bringt es aber auf den Punkt. Brinker kann sich ans Revers heften, diese Entwicklung früh erkannt und entsprechend gehandelt zu haben.

Er lobt sich zwar selbst, wenn er sagt: „EWE ist in Deutschland am besten aufgestellt für die Herausforderungen.“ Aber er hat Recht.  Und fährt fort: Die  EWE hat kein Problem damit, Hunderttausende kleine dezentrale Anlagen, die Strom produzieren, ans Netz zu schließen und das Netz stabil zu halten. Damit deckt er schon zwei der gleich langen Seiten des energiepolitischen Dreiecks ab. Dieses Dreieck heißt „Sicher-bezahlbar-umweltfreundlich“.  Die Punkte „sicher“ und „umweltfreundlich“ kann die EWE erfüllen, für die Bezahlbarkeit ist vorrangig die Politik zuständig.

Mit den intelligenten Stromnetzen, den „Smart Grids“, wird es bald richtig losgehen. Sie bringen die Energie zur richtigen Zeit in richtiger Menge zum richtigen Ort. Das kann die EWE. Sie hat das Wissen und die Netze. Perfekt.

Die Bundesregierung erklärt – endlich – in einem so genannten Weißbuch mit dem Titel „Ein Strommarkt für die Energiewende“, wie sie sich die Energierevolution vorstellt. Wirtschaftsminister Gabriel verknüpft darin erstmals das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das neue Strommarktmodell und die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mit KWK wird gleichzeitig Strom und Heizwärme gewonnen. Zu Gabriels Energiepaket gehört auch der  Klimaschutz, namentlich die Verminderung des Treibhausgas-Ausstoßes. Schließlich zählt der Netzausbau dazu.

Die politischen Beratungen werden noch einige Monate dauern. Doch wenn alles unter Dach und Fach ist, wenn die Unternehmen Planungs- und damit Investitions-Sicherheit haben – dann schlägt die große Stunde der EWE mit intelligenten Stromnetzen.

Sie hat ohnehin Großes vor und will, wie berichtet,  gemeinsam mit dem marktführenden  Windmühlenbauer Enercon aus Aurich, dem Software-Giganten SAP aus Baden-Württemberg und dem Münchner Technik-Konzern Siemens aus Ostfriesland eine Modellregion für erneuerbare Energie entwickeln. Der Antrag bei der Bundesregierung läuft. Gute Aussichten.

Sommer und weiche Faktoren

Sonntag, August 16th, 2015

Sommer und Sonne, vielleicht sogar Urlaub. Schöne Zeit. Selbst wenn wie vorgestern die  Technik der Jann-Berghaus-Brücke mal wieder ihren Geist aufgibt –davon lassen wir uns die entspannte Gelassenheit nicht rauben. Und wenden uns schönen Dingen zu.

Zum Beispiel heute Abend dem „Kleinen Fest im großen Park“ der Evenburg in Leer. Musik, Kleinkunst, Artistik, Gaukelei unter hohen Bäumen, ein Feuerwerk nach klassischer Komposition, essen und trinken und viele Leute treffen – das alles verspricht angenehme Stunden. Der Event ist natürlich längst ausverkauft. Der Andrang war so groß, dass die 3000 Karten wie jedes Jahr online verlost werden mussten.

Wer nicht zu den glücklichen Kartenbesitzern zählt:  Ein Besuch der Evenburg und ihres feinen englischen Parks lohnt sich immer. „Entdecke die Herrlichkeit“: Diese Werbebotschaft des Landkreises ist Einladung und Bitte zugleich.  Evenburg und ihr Drumherum sind mehr als Denkmal und Museum , sie stehen auch für Unterhaltung, Musik, Ausstellungen, Martini-Vesper im Herbst, Frühlingsfest, Kindergeburtstage, Familienfeste, Mitmach-Aktionen, Trauungen oder schlicht für einen Sonntagsspaziergang.  Leiterin Birgit Zimmermann bringt es auf den Punkt: „Wir wollen den Menschen einen schönen Tag, ein paar schöne Stunden bereiten.“

Der Landkreis Leer erntet die Früchte langer politischer Arbeit, das kulturelle Niveau zu heben. Das hat weniger mit Schöngeisterei als mit handfester Strukturpolitik zu tun. Kunst und Kultur sind mehr als ein Sahnehäubchen auf dem drögen Alltag, auf das man zuerst verzichten kann, wenn es beim Geld kneift.

Im Gegenteil: Diese so genannten weichen Standortfaktoren stehen für Lebensqualität und sind deshalb im Wettbewerb um Arbeitskräfte und Betriebe wie bares Geld. Landrat Bramlage wird nicht müde, deren Bedeutung, sei es bei unternehmerischen Entscheidungen für eine Betriebsansiedlung oder -Umsiedlung, aber auch bei Arbeitnehmern bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes. Mehr und mehr kommt es neben Straßen, Schulen oder Krankenhäusern auch auf den Kultur-, Wohn-und Freizeitwert an.  Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Freizeitwert einer Region oder Stadt das größte Gewicht hat beim Wechsel des Wohnorts aus beruflichen Gründen.

Unsere Gegend  muss sich da längst nicht mehr verstecken. Die Evenburg wirkt über enge Grenzen hinaus. Auch das Organeum in Weener zählt dazu. Kulturelle Schätze im Besitz des Landkreises sind neben der Evenburg das Kunsthaus, die frühere jüdische Schule und die Haneburg in Leer, schließlich das Gut Stikelkamp.

Vielversprechend sind die Pläne für den Bildungs-Campus des Landkreises in Leer.  Hochschule, Labors der Gymnasien, Volkshochschule, Studienseminar für angehende Gymnasiallehrer, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, Berufsakademie, Maritimes Kompetenzzentrum,  Studentenwohnheim – kurz: Studentisches Leben mitten in der Stadt.  Darum wird Leer bald von vielen beneidet werden.  Denn es bindet junge Leute und motiviert sie, hier zu studieren und nachher zu arbeiten. Ein wertvoller Baustein, die uralte Bildungsabwanderung aus Ostfriesland zu stoppen.

 

 

Wechselnder Wind

Mittwoch, August 12th, 2015

Innerhalb weniger Stunden erreichten uns zwei Nachrichten – eine gute und eine schlechte. Sie können die wirtschaftliche Zukunft Ostfrieslands stark beeinflussen. Beginnen wir mit der guten Botschaft: Enercon plant in Großefehn den Bau von Batteriespeichern für Windstrom mit einer Leistung von 10,8 Megawattstunden.

Der Hintergrund: Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die erneuerbare Energie auch dann da ist, wenn der Wind schläft und die Sonne nicht scheint. Dafür fehlen Speicher. Auf längere Sicht sind deshalb Kohle- und Gaskraftwerke nötig, was physikalisch zwar unumgänglich ist, aber politisch zu Streit führt.

Der Windkraft-Konzern Enercon aus Aurich sagt jetzt dem Speicherproblem den Kampf an – mit einer Riesen-Batterie, die Windstrom speichern und bei Bedarf verkaufen soll. Das Ziel: Enercon will beweisen, dass eine Region wie Ostfriesland sich selbst mit Strom versorgen kann. Zehn Megawatt sind zwar noch nicht die Welt, aber irgendwann muss ein Anfang gemacht werden – und wenn das Projekt gelingt, macht das Unternehmen wieder mal einen riesigen Sprung nach vorne.

Das Batterieprojekt könnte auch der Bewerbung von Enercon, EWE, Siemens und SAP einen Schub verleihen, Ostfriesland als Modellregion „Schaufenster intelligente Energie – Wind“ anzuerkennen.

Kommen wir zur schlechten Nachricht für Ostfriesland: Der Siemens-Konzern baut in Cuxhaven eine Windkraftfabrik für Offshore-Anlagen. Hergestellt werden Maschinenhäuser für Windturbinen. Vorstands-Chef Joe Kaeser persönlich verkündete die 200-Millionen-Investition, die 1000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Als Standort für die Fabrik hatte sich auch Emden beworben. Doch als die Stadt sich im Juni bei Siemens meldete, war der Zug in Richtung Cuxhaven abgefahren. Die Gespräche mit Cuxhaven und der Landesregierung liefen schon seit Anfang 2013.

Die Emder Wirtschaft und Politik hat ihre Offshore-Chancen in den letzten Jahren verschlafen, dazu noch etwas Pech gehabt. Dabei zählten sie zu den Pionieren. Aber sie vertrauten allzu lange allein auf Bard und die Nordseewerke/Siag, der eine ist längst weg vom Fenster, der andere insolvent.

 Die Emder warten auf einen Prinzen, der das Dornröschen wach küsst. Doch so wie sie in den 80er Jahren den Dollarthafen versenken mussten, ergeht es ihnen jetzt mit einem neuen Hafen plus Industriegebiet am Rysumer Nacken. Das heißt: Sie haben dort nichts anzubieten, weil nichts erschlossen ist. Hafenpolitik ist aber Angebotspolitik. Siemens hätte vermutlich gerne bei einem solchen Filetstück in günstiger Nähe zu den Offshore-Windparks angebissen. Der Emder CDU-Politiker Bongartz trifft den Nagel auf den Kopf: „Wir haben fast alles verloren und sitzen jetzt auf einem Trümmerhaufen – obwohl die Voraussetzungen blendend sind.“

Wohl wahr. Cuxhaven ist kein schlechter Standort, aber keineswegs besser als Emden. Nur cleverer. Nicht gerade förderlich für Emden ist auch, dass die Vertiefung der Außenems zwischen altem Hafen und Knock seit mehr als zehn Jahren auf der Strecke bleibt. Im Übrigen hat das höchste niederländische Gericht die Fahrwasservertiefung in der Außenems zum Eemshaven jetzt genehmigt. Emden kann zuschauen.

Land der Nichtschwimmer

Mittwoch, August 12th, 2015

Rein rechnerisch gesehen darf jedem vierten Jugendlichen und Erwachsenen eines nicht passieren: Ins tiefe Wasser fallen. Sie würden ertrinken. Denn 25 Prozent der Menschen über 16 können nicht schwimmen. Auch dieser Blick in die Statistik stimmt nicht heiter: Jedes dritte Grundschulkind kann sich nicht über Wasser halten.

„Wir werden ein Land der Nichtschwimmer“, stellt die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) fest, die im vorigen Jahr 773 Nicht- oder Schlechtschwimmer vor dem Tod bewahrte. Hinzu kommen einige Hundert, die ihr Leben der Wasserwacht des Roten Kreuzes verdanken.

Die Älteren unter uns mögen solche Zahlen kaum glauben. In ihrer Kindheit waren Nichtschwimmer die Ausnahme. Bademeister gab es nur in Städten, auf dem Lande brachte man sich gegenseitig das Schwimmen bei.

Heute gilt in vielen Familien nicht mehr das ungeschriebene Gebot, dem Kind das Schwimmen beizubringen. Sie schieben es auf die Schule. Doch die setzt nur selten Schwimmunterricht auf den Stundenplan, weil es an ausgebildeten Lehrern oder an Bädern fehlt. Weener mit dem beheizten Freibad ist da eher die Ausnahme, und das Hallenbad in Bunde platzt im Winter zeitlich aus den Nähten.

Kaum eine Kommune leistet sich noch ein Frei- oder gar ein Hallenbad. Zu teuer, sagen die Kassenwarte in den Rathäusern. Ein Bad nach dem anderen ist in den letzten Jahren geschlossen worden. Gebaut in den 60-er und 70-er Jahren und finanziert aus dem damaligen Wirtschaftswachstum, fehlt heute bei knappen Kassen das Geld für Sanierung oder Neubau. Denn Schwimmbäder sind kostspielig wegen aufwändiger Heiz- und Wassertechnik, hohem Stromverbrauch und hohen Personalkosten. Investitionen und laufender Unterhalt belasten die Haushalte stark.

Das Hallen- und Freibad in Leer ist dafür ein gutes Beispiel. Es stammt aus den 60-er Jahren. Die Stadt ließ es nach und nach vor die Hunde gehen, ehe sie es einem Privatbetreiber überließ, der es endgültig in die Grütze fuhr und jetzt aus dem Vertrag herausgekauft werden muss – für eine Summe, die von einer Million Euro nicht weit entfernt ist. Alles in allem ein Paradebeispiel öffentlichen Miss-Managements.

Aber das ist verschüttete Milch. Leer muss handeln. Eine Kreisstadt mit 34.000 Einwohnern stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus, wenn sie den Bürgern keine Schwimmgelegenheit bietet und Kindern vorenthält, das Schwimmen zu lernen.

Was tun? Hin und wieder äußern Politiker vorsichtig den Wunsch, jetzt ein großes Rad zu drehen und ein attraktives Spaßbad zu bauen. Das jedoch wäre kommunaler Größenwahn – und würde das Schwimmlern-Problem nicht beheben. In Spaßbädern wird nicht geschwommen, sondern geplanscht und gerutscht.

Die Politik in Leer wagt nicht, sie denkt nicht im Traum daran, sich auf den Bau eines ordentlichen Freibades zu beschränken – beileibe keine Billiglösung. Es gibt kein Recht auf Schwimmen im Winter. Die Menschheit ist lange gut damit zurecht gekommen, nur im Sommer zu schwimmen. Will die Politik als Vertreterin der Bürger jedoch das sündhaft teure Rundum-Schwimmpaket, muss sie eine Priorität setzen: Gibt sie einem Hallen- und Freibad den Vorrang, muss sie anderes kleiner fahren. Straßenbau, Hafenpromenaden, Kultur oder andere schöne Dinge.