Archive for August, 2020

Geld ist nicht alles

Sonntag, August 30th, 2020

Alle Nase lang taucht eine Studie auf, in der Regionen vergleichen werden. Mal geht es um Einkommen, um die Zahl der Ärzte pro Einwohner oder die Industriedichte. Und fast immer hinkt Ostfriesland statistisch hinterher.

Jetzt stellte das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock fest, dass Ostfriesen ein paar Jahre früher sterben als zum Beispiel die Menschen um München herum. Statistisch gesehen. Dabei ist Ostfriesland seit je her bekannt für seine Hundertjährigen.

Früher sterben und hundertjährig – wie passt das zusammen? Richtig ist beides. Aber nur statistisch. In der Realität liegt es daran, dass in Ostfriesland mehr arme Leute leben als in manchen anderen Gegenden. Anders gesagt: Wer sein Leben lang auf Hartz-4 oder lange arbeitslos ist, läuft Gefahr, früher zu sterben als jemand, der nicht unbedingt viel verdient, aber Arbeit hat. 

In der Studie heißt es: „Maßnahmen, die die Lebensstandards für ärmere Teile der Bevölkerung verbessern, sind am ehesten geeignet, die Unterschiede in der Lebenserwartung zu reduzieren.“ Deshalb ist Strukturpolitik der Hebel, die Lage zum Guten zu wenden.  

Denn ob Menschen sich wohlfühlen und deshalb länger leben, hängt nicht vorrangig von der Höhe der Einkommen oder der Arztzahl ab, sondern ob sie Arbeit haben. Um nicht missverstanden zu werden: Diese Feststellung ist kein Plädoyer für niedrige Löhne.  

Viele Ostfriesen hängen an ihrer Heimat. Dafür tun sie einiges. So wundern sich Auswärtige häufig über die schmucken Dörfer und Städte. Im Kopf das Bild des armen Ostfrieslands, vor Augen die gepflegten und oft großen Einfamilienhäuser – darauf finden sie keinen Reim.

Aber woran liegt es, dass Ostfriesen oft besser wohnen als viele Menschen in reicheren Regionen? Das war nicht immer so. Ältere Ostfriesen, die bis 1950, 55 geboren wurden, kennen noch die kleinen ärmlichen Behausungen, Landarbeiterhäuser, Katen mit Löchern im Dach, Regenfangbecken fürs Teewasser (plattdeutsch: „Regenbakken“), Hausbrunnen und Plumps-Klos.

Die meisten Frauen versorgten den Haushalt, verdienten also nichts – was sie bis heute bei der Rente spüren. Viele Männer arbeiteten beim Bauern, in Ziegeleien oder Gärtnereien, andere als Maurer – und waren im Winter ohne Arbeit. Sie stempelten, wie es damals hieß, wenn sie die wenigen Deutschen Mark vom Arbeitsamt holen mussten.

Nach und nach änderten sich die Arbeitsstrukturen. Industrie und Gewerbe wuchsen. Das VW-Werk in Emden 1964 war ein Meilenstein. Werften hatten eine gute Zeit, in Leer spielte Olympia als Schreibmaschinen-Hersteller eine starke Rolle. Heute sind es Windkraft, maritime Wirtschaft und Tourismus. 

Und beim Hausbau packen viele selbst an. Er beruht auch auf Verzicht, der mit der Mentalität der Ostfriesen zu tun hat. Fürs eigene Haus arbeiten sie sich notfalls einen Buckel. Verschulden sich über eine Generation.

Ostfriesland geht es heute besser, auch wenn das Einkommens-Gefälle zu reicheren Gebieten geblieben ist. Dafür lässt es sich hier günstiger leben. Und sogar angenehmer. So hat ein wissenschaftlicher Vergleich zwischen den Arbeitsamtsbezirken Leer und Balingen bei Stuttgart schon 1990 ergeben, dass Schwaben zwar mehr verdienen, Ostfriesen aber zufriedener sind. Geld ist nicht alles – nur etwas anders verteilt sein könnte es schon.

Pioniere hoch über uns

Sonntag, August 23rd, 2020

Der technische Fortschritt lässt sich von Corona nicht bremsen. Das belegt ein bahnbrechendes Ereignis, dessen geschichtliches Ausmaß wir gar nicht hoch genug einschätzen können: Am 1. September landet auf Norderney ein elektrisch angetriebenes Flugzeug. Vorbehalten Wind und Wetter.

Es ist das erste behördlich zugelassene Passagier-E-Flugzeug der Welt, eine Velis Electro, gebaut von Pipistrel Aircraft in Slowenien. Der Jungfernflug startet in Zürich und erreicht Ostfriesland in zehn Etappen. Eine fünfköpfige Pioniergruppe aus der Schweiz will beweisen, dass sie trotz immer noch schwacher Batterien elektrisch eine 700 Kilometer lange Strecke relativ schnell zurücklegen kann.

Es wird ein Weltrekordflug in mehrfacher Hinsicht: Geringster Energieverbrauch, längste elektrisch geflogene Strecke, höchste Durchschnittsgeschwindigkeit (über 100 km/h), so hoch wie nie zuvor mit Strom (über 3.000 Meter). Die Propeller drehen sich bis zu 2.350-mal pro Minute. Das alles mit einem 57,6 kw-Motor (78 PS), zwei Lithium-Ionen-Batterien mit einer Leistung von 345 Volt und einer Kapazität von je elf Kilowattstunden. Damit bleibt die Maschine 50 Minuten in der Luft, plus zehn Minuten Reserve.

Das bedeutet: Sie muss alle 100 Kilometer landen, um Strom zu zapfen. Dafür fahren zwei Bodenteams in Autos mit mobilen Ladestationen zu den Flugplätzen voraus. Das ist umständlich, aber Pioniertaten eigen. So dampfte anno 1835 die erste Lokomotive mit nur knapp 30 km/h über die sechs Kilometer lange Strecke von Nürnberg nach Fürth.

Der erste E-Flug kommt dem Rekordflug von Charles Lindbergh nahe, der 1927 allein als erster nonstop den Atlantik von New York nach Paris überquerte. Ein Alleinflug ist es am 1.September nicht. Die Velis Electro fasst zwei Personen – ein Koffer passt nicht mehr rein. Lindbergh kassierte damals 25.000 Dollar als Honorar. Die Schweizer müssen bis zu 80.000 Euro aufbringen, über Sponsoren, um einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde zu erreichen.

Ohne zu „tanken“ schaffen Flugzeuge mit Strom bisher nur kurze Strecken. Der Grund: Batterien haben eine geringe Energiedichte. Deshalb werden sie bei größeren Energiemengen zu groß und zu schwer.

Einer der Vorzüge von E-Flugzeugen: Ihre Betriebskosten für den Energieeinsatz sind vergleichsweise gering. Wartung und Kontrolle für Öl, Kühlwasser, Treibstoff- und Luftfilter, Auspuffanlage und Getriebe entfallen. Was auch für E-Autos gilt. Vom leisen Motor und dem Null-Schadstoffausstoß ist dabei noch gar nicht die Rede.  

Um lange Strecken fliegen zu können, forschen Wissenschaftler weltweit an Brennstoffzellen. Doch die Velis Electro ist Realität. Ihre Musterzulassung durch die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA; englisch: European Union Aviation Safety Agency) ist der erste Schritt zur gewerblichen Nutzung.  Drei Jahre dauerte die Zertifizierung.

E-Flugzeuge drängen sich in Ostfriesland für Insel-Flüge geradezu auf.  Ohne Motorenlärm und Abgase übers Wattenmeer – das hat Zukunft. So sieht es auch die Frisia-Luftverkehr Norddeich (FLN), eine Tochter der Reederei Frisia. Sie hat sich beim Münchner Flugzeugbau-Start-up Skylax eingekauft – mit dem Ziel, E-Flugzeuge für Kurzflüge zu entwickeln. Aktueller Favorit: Eine viersitzige Zwei-Propeller-Maschine.

Tja

Samstag, August 15th, 2020

Corona schlägt weiter zu. Nach dem Landkreis Aurich und der Stadt Emden und überall in Deutschland tauchen jetzt im Landkreis Leer nach längerer Pause wieder Personen auf, die sich mit dem Covid19 angesteckt haben. Auftauchen ist hier durchaus wörtlich zu nehmen, denn nicht wenige haben sich die Seuche beim Auslandsurlaub eingefangen. Teils in bekannten Risikogebieten.

Was verleitet angeblich vernunftbegabte Menschen dazu, aus freien Stücken in ein Risikogebiet zu reisen? Was treibt sie, bei Bullenhitze an einen Strand zu fahren, obwohl sie von vornherein wissen, schon vorher im Stau zu stehen oder bestenfalls hautnah mit anderen in der Sonne zu braten.

Psychologen wissen darauf sicher eine Antwort. Doch schon ein kurzer Blick in die Bibel kommt der Sache näher. In Psalm 91 denkt ein weiser Schreiber über Schutz und Zuflucht nach, die der Herr biete. Er kommt zur Erkenntnis, dass „du nicht erschrecken musst … vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen“.

Heute wähnt sich nicht mehr jeder „unter dem Schirm des Höchsten und unter dem Schatten des Allmächtigen“, wie es im Psalm heißt. Aber selbst jene, die es glauben, wissen, dass sie den Herrn nicht versuchen sollten. Für nicht christlich orientierte Menschen heißt dies: Nicht darauf bauen, dass der Kelch des Virus schon an ihnen vorbeigeht.

Der Volksmund weiß es schon ewig: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ Das zu beachten ist ein guter Schutz gegen Corona – und die meisten handeln auch so. Denn was sind schon ein Lappen vor Nase und Mund, Abstand und Party-Abstinenz gegen ein Virus, das Leib und Leben gefährdet? Und – zu Ende gedacht – ganze Volkswirtschaften und somit den Wohlstand in den Abgrund reißen kann.

Vielleicht hilft ein Blick über die Grenze zu den Niederländern. Sie gingen zuletzt ziemlich lässig mit Maske und anderem Schutz um. Für etliche Ostfriesen sogar ein Grund, um drüben einzukaufen. „In Holland muss ich nirgends eine Maske tragen“, wird eine Frau in der Zeitung zitiert. Mittlerweile erhalten unsere Nachbarn die Quittung und müssen die Zügel wieder anziehen. Im Süden des Landes gilt sogar draußen die Maskenpflicht. Ein Alarmzeichen: Ministerpräsident Rutte brach wegen steigender Infektionszahlen seinen Urlaub ab.  Es ist nicht mehr alles „leuk“ in Holland.

Bei uns lässt die Politik die Leine vorsichtig länger. Sozusagen auf Sichtweite. Mal sehen, wie sich Massentourismus und Wiederöffnung der Schulen auswirken.

Die meisten Menschen halten sich an die Regeln, sei es in Läden, Post, beim Frisör oder in Restaurants. Das gilt natürlich besonders für Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen. Obwohl: Für Ärzte gibt es in ihren Praxen keine behördliche Maskenpflicht. Doch in der Regel fühlen sie sich verpflichtet.

Abgesehen von Ausnahmen. So offenbarte ein niedergelassener Arzt aus Leer auf Facebook, was er von Masken hält. Seinen Text, innerhalb kurzer Zeit von 29 Nutzern gelikt, von zwölf kommentiert und von einem geteilt, hat er inzwischen gelöscht. Doch lässt er tief blicken. Wörtlich: „Sehr geehrte Damen u. Herren, geehrte Regierung, verehrte Kassenärztliche Vereinigung, ab morgen werde ich keine Maske tragen. Gruß Dr.med.  ….“  Tja.   

Wertvolle Gäste

Samstag, August 8th, 2020

Spontan Urlaub machen oder ein paar Tage verreisen? Gar nicht so einfach. Man telefoniert oder surft lange herum. Alles ausgebucht. Corona kurbelt aktuell den Tourismus in Deutschland an. Ein Segen für die gebeutelte Gastronomie.

Auslandsreisen bergen Risiken, schlimmstenfalls sitzen Reisende bei einem Virusausbruch über Wochen fest. Das könnte eine Trendwende im Reiseverhalten einläuten. Motto: „Mein Hawaii ist Norderney“. Oder: Auch in Leer, Ditzum oder Weener ist es schön. 

Die Binsenweisheit von den schönen Ecken in Deutschland stimmt – und Urlauber entdecken, dass neben den Alpen und dem Schwarzwald auch die Küste einiges zu bieten hat. Das bestätigt die Contor-GmbH aus Hünxe (NRW) in einer Standortuntersuchung. Sie hat knapp 600 Städte und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern abgeklopft, wie es dort mit dem Tourismus aussieht. 

Nicht verwunderlich liegt Garmisch-Partenkirchen ganz vorn, gefolgt von bekannten Touristenhochburgen. Deshalb schneidet Norden bestens ab, Aurich und Wittmund beachtlich. Aber auch abseits der Hochburgen blüht der Tourismus.

Aufgeführt sind – ziemlich abgeschlagen, aber immerhin – Moormerland und Westoverledingen. Natur pur ist dort die Devise. Das Rheiderland fehlt, weil keine der drei Gemeinden die 20.000-Einwohner-Marke übertrifft. Aber weder Weener noch Bunde würden nennenswert gut abschneiden, Jemgum würde vom Sonderfall Ditzum profitieren.

Der alte Fischerort mit Hafen und Kuttern, ansehnlicher Gastronomie, Hotel, Ferienhäusern und -wohnungen sowie großem Wohnmobilplatz ist der touristische Leuchtturm des Rheiderlands. Besucher kommen auch außerhalb der Hauptsaison. Und weil es an dieser Stelle passt: Erwähnung verdienen persönliche Initiativen wie das Café am Bingumer Deich oder das Melkhuske in Hatzum.

Weener fehlt es an Hotels und Gastronomie, hat mit dem alten Hafen und umzu aber einen Stern, der mehr zum Funkeln gebracht werden könnte. Bunde setzt mit dem Steinhaus einen kulturellen und am Dollart einen naturnahen Akzent.

Papenburg belegt den beachtlichen Platz 54. Die Erklärung: Das Besucherzentrum der Meyer-Werft. Auf Platz 242 im oberen Mittelfeld rangiert Leer – ein sehenswerter Rang für eine Stadt, die sich nicht unbedingt als Touristenort versteh. Sie ist ein Beispiel dafür, dass sich Tourismus lohnt.

Was lockt Besucher aus der Ferne (und aus dem Umland) nach Leer? Die Fußgängerzone ist attraktiv – wobei sich Besucher zurzeit fragen, warum man das Pflaster dort mitten im Sommer und nicht im Winter aufreißt, den es ja in alter frostiger Form kaum noch gibt. Unabhängig davon: Weitere Hotspots sind die Altstadt, der Hafen mitten in der Stadt, die Evenburg und im Winter die Weihnachtsmärkte. Anziehungspunkt Nummer eins für Touristen jedoch, man lese und staune, ist das Miniaturland.

Tourismus ist kein Selbstzweck, sondern ein Wirtschaftsfaktor, der den Ort auch für Einheimische lebenswerter machen kann. Er sorgt neben Vollzeit-Arbeitsplätzen für Nebenerwerbs-Jobs, erhöht das verfügbare Einkommen und steigert die Bettenbelegung in Hotels und Pensionen. Touristenorte halten oft die Einwohnerzahl stabil, während sie anderswo eher sinkt. Kurz und gut: Sie bieten vielen Menschen ein Ziel und Einheimischen willkommene Arbeit. 

Leer verliert im Großkreis

Samstag, August 1st, 2020

Ist ein Großkreis Ostfriesland besser als die bestehende Lösung mit den Landkreisen Leer, Aurich und Wittmund und der kreisfreien Stadt Emden? Diese Frage taucht immer mal wieder auf. Nicht selten ausgerechnet dann, wenn Politik so recht keinen Rat mehr weiß, um Probleme zu lösen. Ein Ausfluss von Ratlosigkeit ist aktuell die Forderung nach einem Großkreis Ostfriesland.

Diesmal kamen die Grünen mit ihrer Landtags-Vizepräsidentin Meta Janssen-Kucz aus Borkum damit um die Ecke. Sie haben das Thema allerdings nicht erfunden. Schon 2005 brachte der verstorbene Unternehmer Roelf „Tullum“ Trauernicht den Großkreis aufs Tapet, angefeuert durch seinen Erfolg mit dem Bau der A31.

Mitstreiter fand er damals in Teilen von SPD und CDU, besonders auch schon bei den Grünen sowie beim Bund der Steuerzahler, der vorrechnete, dass man viel Personal und damit Geld sparen könne. Dieses Argument steht bei solchen Debatten immer an erster Stelle, gleichrangig mit der Behauptung, ein Großkreis sei prinzipiell effektiver. Damals versandete die Debatte, spätestens als der Regionalrat Ostfriesland sich selbst auflöste. Nebenbei bemerkt: „Tullums“ Autobahn kam auch ohne Großkreis.

Wachstum ist wirtschaftlich oft richtig. Aber nicht selten stellen Unternehmen fest, dass sie zu groß geworden sind, zu unbeweglich, um schnell auf neue Umstände reagieren zu können. Größe bedeutet nicht unbedingt mehr Effektivität.

Ein Großkreis Ostfriesland wäre vielleicht sinnvoll bei einer einheitlichen Struktur der Region. Aber Aurich mit dem Tourismus auf den Inseln und an der Küste hat andere Aufgaben und auch Probleme als die industriell geprägte Hafenstadt Emden oder der Landkreis Leer mit Handel, Dienstleistungen, kleinen und mittleren Gewerbe- und Industriebetrieben. Der Landkreis Wittmund mit seinen nur 57.000 Einwohnern fällt aus der Reihe. Leer zählt fast dreimal so viel.

Eine sinnvolle Fusion ergibt sich nur, wenn alle Seiten gewinnen. Das ist in Ostfriesland nicht der Fall. Aurich könnte jubeln, würde Kreissitz – und Leer wäre der große Verlierer. Der Landkreis Leer hat sich eine bessere Finanzlage erarbeitet, hat viel in die Infrastruktur investiert, namentlich in Schulen, Mariko und schnelles Internet.

Bestes Beispiel jedoch sind die Krankenhäuser. Das Klinikum Leer wurde runderneuert und hat die finanziell maroden Krankenhäuser in Weener und auf Borkum saniert. Es ist das einzige Klinikum im Nordwesten, das schwarze Zahlen schreibt. Die Krankenhäuser in Aurich, Norden und Emden dagegen sind finanziell am Ende. Sie sollen – gegen heftigen Widerstand – aufgelöst werden und in eine neue Zentralklinik münden.                                                   

Landkreise sind keine reinen Wirtschaftsunternehmen, sondern neben Städten und Gemeinden eine Stütze der Kommunalen Selbstverwaltung, die auf ehrenamtlichem Einsatz ruht. Wenn sich die Menschen nicht mehr mit ihrem Landkreis identifizieren, bleibt das kommunalpolitische Ehrenamt auf der Strecke.

Zweifellos braucht Ostfriesland in Hannover und Berlin viel Schlagkraft. Aber die entsteht nicht durch formale Größe. Hilfreich ist kluge ostfriesische Zusammenarbeit. Landtags- und Bundestagsabgeordnete müssen dann daraus resultierende Pläne bei den Regierungen durchsetzen.